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Als Schriftstellerin zu leben,
bedeutet vieles. Es bedeutet, jeden Tag mit Sprache, jeden Tag mit sich selbst
zu sein. Es bedeutet, sich immer wieder neu von der Schönheit und der Kraft von
Worten faszinieren zu lassen, Grenzen auszuloten und den Raum dazwischen zu
gestalten. Ja, als Schriftstellerin gehe ich oft mehr mit den Räumen dazwischen
um als mit den Worten selbst, ich arbeite mit den Pausen, den Leerzeichen. Eben
dem Raum, der die LeserInnen einlädt sich zwischen den Worten niederzulassen.
Als Schriftstellerin zu leben, heißt auch mit der Sprache allein zu sein,
manchmal vielleicht auch einsam, heißt mit und an Worten zu wachsen. Manchmal
ist es, wie am Strand entlanggehen und Treibgut einsammeln, manchmal wie etwas
in Stein meißeln, manchmal wie fliegen und manchmal auch nur stehenbleiben.
In Worten kann man sich
verlieren, weil sie unendliche Räume öffnen. Weil sie Welten schaffen, die
realer scheinen können als die Wirklichkeit.
An der Grenze zwischen Traum und
Realität schreibt sich ein Schriftsteller entlang. Worte können begrenzen, weil
sie plötzlich davor stehen, weil sie im Weg stehen können, weil sie auch
sperrig sein können. In Worten vergewissere ich mich meiner selbst. Ich
schreibe, also bin ich. Der Stift in der Hand, die Tastatur unter den Fingern
sind Vergewisserungen. Es ist jeden Tag aufs Neue wunderbar, wenn der Bleistift
über das Papier kritzelt, wenn die Tasten unter den Händen klappern und wie
Räume zwischen Worten entstehen.
Ich glaube, wer schreiben lernen
will, muss schweigen lernen. Um den Raum dazwischen zu erfahren und die
Grenzen. Um zu begreifen, wie sich Worte aus der Sprachlosigkeit schöpfen.
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der vorherigen Zustimmung der Autorin Gyde Callesen.
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