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Die nachstehenden Bücher können über jede Buchhandlung, direkt beim Verlag (wiesenburg@t-online.de) oder für handsignierte Exemplare bei der Autorin bestellt werden. Leider kommt es in Buchhandlungen immer wieder zu Fehlauskünften bezüglich der Lieferbarkeit und der Lieferzeiten. Der Verlag liefert innerhalb von 1-2 Werktagen bestellte Bücher aus, insofern ein Buch nicht gerade im Nachdruck ist.
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Leseprobe:
notiz
es ist glück
die angst zu vergessen
und mut zu haben
es ist glück
den mut zu vergessen
und mut zu haben
es ist freiheit
angst zu haben
und mutig zu sein
Limitierte handsignierte Vorzugsexemplare können ab sofort reserviert werden.
Und der nächste Roman ist in Arbeit und wird vermutlich auch 2010 erscheinen.
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Leseprobe:
interimslösung
dein ich kein du nicht ich von dir zu mir nicht du zu ich das zwischenich auf dem weg zu dir ist wesentlich kein ich für mich für dich kein du ohne du und ich treffen zwei menschen sich im zwischenwir
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Leseprobe:
[...] "Ach,
Entschuldigung, mein Name ist Fechtner, Anna Fechtner. Sind Sie heute abend
noch zu sprechen?"
Meine Augen
brannten, ich hatte die Nachttischlampe angeknipst. Erst jetzt merkte ich,
dass ich müde war und Hunger hatte. "Ich wüsste nicht warum, da ich Sie nicht
kenne."
Ich wollte
auflegen, Anna Fechtner, ich kannte keine Anna Fechtner.
"Also, haben Sie
noch Zeit für mich?"
"Ja, das heißt
nein, ich habe Zeit, aber warum..."
"Zimmer 523,
nicht wahr?"
Ich brachte nur
noch ein "Ja" heraus.
"Ich bin gleich
bei Ihnen." Sie legte auf.
Was sollte das?
Ich würde einfach nicht aufmachen. Ja, so einfach war das. Ich wollte allein
sein, zehn Tage lang, um an sie zu denken. An Tatjana, nicht an Anna. Wer auch
immer das war.
Es klopfte.
Langsam stand ich auf, schloss die Tür auf.
"Schön dich zu
sehen, Björn."
Ich stutzte:
"Ich heiße Jörg."
Sie legte ihre
Jacke auf das Bett und goss sich etwas zu trinken ein. "Das macht nichts. Ich
sehe das nicht so eng mit Namen. Du kannst mich auch anders nennen. Nur nicht
Elisabeth, das mag ich nicht."
Ich stand immer
noch vor der Tür, die ich gerade geschlossen hatte. "Ich kenne Sie nicht, und
ich heiße Jörg, und ich weiß nicht, was Sie wollen. Ich will keinen Sex, ich
will nachdenken."
Ich freute mich
über meinen energischen Ton, das würde sie einschüchtern. Anna, oder wie sie
hieß, hatte sich auf den Sessel am Fenster gesetzt, den ich überhaupt noch
nicht benutzt hatte. Sie drehte das Kristallglas in den Händen und nippte mit
spitzen Lippen daran.
"Wir können
gemeinsam nachdenken", sagte sie und lächelte dabei. [...]
Verstörende Kurzgeschichten mit einem Augenzwinkern sind es, die Gyde Callesen hier vorlegt. Menschen begegnen – anderen Menschen, deutscher Geschichte, ihrer Sehnsucht, sich selbst. Und in diesem Begegnen ein irreales Moment, Figuren werden zu anderen Figuren, Identitäten verwischen sich, Fiktion und Realtiät laufen ineinander. Dazwischen irritierende Klarheit. Ungewöhnliche und kunstvoll gebaute Prosa-Miniaturen sind dies. Nach mehreren Lyrikbänden und dem Roman Maya mein Mädchen beweist Gyde Callesen erneut ihr Talent, den Leser in Staunen zu versetzen über eine Welt, die er zu kennen glaubte.
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Leseprobe:
Leutesprecher
Man man mannoman Ach man geh weiter man guck nicht so man man das macht man nicht das kann man doch nicht machen das tut man nicht Hey man da darf man nicht wegsehen da darf man nicht weggucken man hätte etwas tun sollen wenn es nur jemand gesehen hätte man ist eine Maske für Ich man ist so praktisch niemand sieht mich man bleibt anonym man darf alles man als Richter niemand kennt man geh weiter man geh weiter da kann man nicht hingucken da muss man weitergehen und so tun als sei nichts los über manches muss man hinwegsehen auch hinweggehen manches ist für man zu groß man man man man ist blind stirbt man irgendwann vielleicht man ist unsterblich




Leseprobe: Ich tanze, bin der tanzende Narr, der mit einem Bein im Abgrund steht. Tanze um die Frage, die mich nicht mehr losläßt. Wer bin ich? Und was heißt das, daß ich bin? Mein Körper wie eine Hülle. Ich sehe meine Hände an, die mich verletzen, die mir ins Fleisch schneiden. Frage mich: Sind das meine Hände? Es sind fremde Hände. Ich lebe in Wackelkontakt zu mir selbst. Funken von Identität, dann nur unbegreifliche Fremdheit. Mein Körper steht hier im Raum, im Heute. Und ich sehe nur seine Vergänglichkeit. Ein bißchen tiefer schneiden, ein bißchen länger bluten, dann ist es vorbei, zu Ende. Lebenszeit, eine Sekunde, ein Blitz, ein Furz in der Unendlichkeit. Raum und Zeit wachsen, und ich schrumpfe, falle diesem Nichts entgegen. Ich kann mich selbst nicht in Worte fassen, nicht erleben. Ich schöpfe mich jede Minute neu aus dem Chaos meines unaufgeräumten Ich. Suche mich und verliere mich. Ich, das Chamäleon, das sich selber nicht mehr erkennt. Entwurzelt treibe ich durch ein Leben und ringe um Wirklichkeit. Um meine Wirklichkeit, die mich immer wieder verläßt. Borderline. Sie haben es in der Klinik gesagt. Sie haben Borderline. Borderline, das heißt Grenzgänger. Du bist ein Grenzgänger. Niemals gehörst du dazu. Du bist nicht normal, aber du bist auch nicht verrückt. Es ist dieses Vakuum dazwischen, dieser einsame Raum des Fremden. Kennst du das Gefühl, der einzige Menschen hier zu sein, allein, verlassen? Eine Mauer scheint dich von denen zu trennen, die dich niemals verstehen werden. Weißt du, wohin du gehörst? Du wirst es niemals wissen, weil du keine Identität hast. Grenzgänger stehen dazwischen und schreien nach den Extremen. Immer wieder mußt du Grenzen überschreiten, um dich nicht zu verlieren, um zu spüren, wo die Grenzen des Verständnisses sind. Das Gefühl, nicht in die Welt zu passen, treibt dich fort in deinen Gedanken bis vor eine Entscheidung über Leben und Tod. Willst du dazugehören? Kannst du damit leben, fremd zu sein in der Hoffnung eine Brücke zu schlagen? Es ist deine Entscheidung. Wenn du gehst, bleibt ein Loch, das du nicht füllen kannst. Du paßt nicht dazu, und in dir paßt nichts zusammen. Ein verlorenes Mosaikstückchen am Rand, das selbst ein sich auflösendes Mosaik birgt. Du spürst, was sie nicht spüren, und du verzweifelst an etwas, was sie nicht kennen. Du wirst viel Kraft brauchen, um nicht gehen zu wollen und in der Leere des Unbenennbaren zu bestehen.
Das kalte Glas an ihrer Stirn. Daneben ihre zu kleinen Hände auf der Fensterscheibe. Dahinter würde ein anderes Leben beginnen, sie wußte nur nicht wann. Immer wieder stand sie so dort, als müßte die kalte Fensterscheibe sie daran erinnern, daß sie fühlen kann. Eine angenehme Kühle. Das Fenster bot Durchblick und Widerstand zugleich. Es ließ den Blick offen, aber hielt sie auch fest. Wonach sie Ausschau hielt, konnte sie nicht sagen. Stundenlang lagen ihre Augen auf den Novemberweiden hinter dem Fenster. Novemberweiden im Frühjahr, im Sommer, im Herbst. Starr waren ihre Augen, entfernt, auf dem Weg in eine andere Zeit. Niemand fragte nach ihr, und ihre Einsamkeit blieb ungestört. Sie zählte die Zeit nicht, sie wollte sich nicht erinnern. Als sie nichts mehr spürte, drückte sie die Stirn und die Hände noch ein wenig fester gegen das Fenster. Maya, mein Mädchen ist die Erzählung über eine junge Frau, die ihrer eigenen Geschichte auf der Spur ist, die verzweifelt um ihre Identität kämpft. Sie ist eine Grenzgängerin, unterwegs an Grenzen zwischen Leben und Tod, zwischen Traum und Wirklichkeit.
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Leseprobe: Hetzjagd
Meine Träume jagten mich
durch die Nacht
trieben mich in den Tag
ich apportierte den Morgen
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Leseprobe: Umsonst
Im Identitätskatalog suche ich nach meiner seelischen Konfektionsgröße Persönlichkeiten voll im Trend wie kleidet sich heute das Selbst um garantiert in zu sein glatter Verstand runde Gefühle das melancholische Temperament im Angebot als Ladenhüter man trägt heiter Seite für Seite blättere ich weiter und stelle fest: mich gibt es nicht
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